Cognitive Offloading
Auslagern entlastet messbar — der berühmte „Google-Effekt" ist allerdings wackliger als sein Ruf.
Gemischt belegt Einzelne Bestandteile sind untersucht, die Methode als Ganzes nicht. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus.
Ich schreibe seit Jahrzehnten alles auf, weil mein Kopf dann Ruhe gibt. Dass das nicht nur Einbildung ist, ist untersucht — der bekannteste Ableger dieser Forschung hat allerdings ein Problem.
Dass wir Denkarbeit nach außen verlagern — auf Zettel, Kalender, Geräte — und dadurch Kapazität gewinnen, ist gut untersucht. Storm und Stone zeigten 2015, dass allein das Abspeichern einer Datei die Erinnerungsleistung für die nächste verbessert: Der Kopf gibt frei, was er sicher abgelegt weiß.
Weniger sicher ist der bekannteste Ableger. Sparrow und Kollegen berichteten 2011, Menschen merkten sich bei verfügbarer Suchmaschine eher, *wo* etwas steht, als *was* dort steht. Der „Google-Effekt" wurde weltweit zitiert — spätere Replikationsversuche mit mehreren Laboren konnten zentrale Teile nicht bestätigen.
Das Grundprinzip trägt also, die griffige Schlagzeile nicht. Für die Praxis bleibt der nützliche Teil: Auslagern hilft, solange man dem Ort vertraut. Ein System, dem man nicht traut, entlastet nichts — dann merkt man sich beides.
Quellen zu diesem Beitrag
- Storm, B. C. & Stone, S. M. (2015): Saving-Enhanced Memory. Psychological Science. Suchen (öffnet in neuem Fenster)
- Sparrow, B., Liu, J. & Wegner, D. M. (2011): Google Effects on Memory. Science. Suchen (öffnet in neuem Fenster)
- Risko, E. F. & Gilbert, S. J. (2016): Cognitive Offloading. Trends in Cognitive Sciences. Suchen (öffnet in neuem Fenster)
Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.