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ZENZAA

Leben & Ziele

Nicht alles, was wichtig ist, ist eine Aufgabe. Diese Welt gehört zu dem Teil von zenzaa, der ausdrücklich nicht optimiert: Manches ist bereits gut und soll einfach bleiben.

Ziele wirken — und haben Nebenwirkungen

Eine der bestbelegten Theorien der Arbeitspsychologie. Und eine, deren Erfinder vor ihrem Missbrauch gewarnt wurden.

Gut belegt Für den Kern dieser Methode gibt es mehrere unabhängige Untersuchungen, die in dieselbe Richtung zeigen.

Ziele haben bei mir schon beides bewirkt: Sie haben Vorhaben getragen, die ich sonst liegen gelassen hätte — und sie haben mich Dinge übersehen lassen, die neben dem Ziel lagen. Beides steht in der Forschung, und zwar von denselben Leuten.

Locke und Latham haben über Jahrzehnte gezeigt, dass konkrete, anspruchsvolle Ziele zu besserer Leistung führen als der Vorsatz, sein Bestes zu geben. Die Befundlage stützt sich auf mehrere hundert Untersuchungen und gehört zum Solidesten, was die Arbeitspsychologie zu bieten hat.

Der Befund hat aber Bedingungen, die gern weggelassen werden. Er gilt vor allem für überschaubare Aufgaben mit klarer Rückmeldung. Bei komplexen Vorhaben, bei denen man erst lernen muss, wie es geht, schneiden Lernziele besser ab als Ergebnisziele.

Und es gibt eine ausdrückliche Gegenrede aus derselben Disziplin: Ordóñez und Kollegen fassten 2009 unter dem Titel „Goals Gone Wild" zusammen, was Ziele anrichten können — verengter Blick, vernachlässigte Bereiche außerhalb des Ziels, höhere Risikobereitschaft und mehr Regelverstöße.

Für zenzaa ist genau das der Grund, warum Compass Ziele zulässt, aber nicht verlangt. Ein Ziel ist ein starkes Werkzeug. Ein Leben, das nur aus Zielen besteht, ist keins.

Quellen zu diesem Beitrag

Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.

Warum manche Ziele durchhalten und andere nicht

Ziele, die zu einem selbst gehören, bekommen mehr Ausdauer — und wirken beim Erreichen anders.

Gemischt belegt Einzelne Bestandteile sind untersucht, die Methode als Ganzes nicht. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus.

Manche erreichten Ziele haben bei mir nichts ausgelöst. Ich habe das lange für Undankbarkeit gehalten. Es gibt dafür eine bessere Erklärung.

Sheldon und Elliot unterschieden 1999 Ziele danach, warum jemand sie verfolgt: aus eigenem Interesse und Überzeugung, oder weil äußerer Druck, Schuldgefühl oder Erwartungen dahinterstehen. Die ersten erhielten über die Zeit mehr Anstrengung — und wenn sie erreicht wurden, trugen sie stärker zum Wohlbefinden bei.

Der zweite Teil ist der interessantere: Ein erreichtes Ziel, das nie wirklich das eigene war, verändert wenig. Das erklärt die Erfahrung, nach einem abgehakten Vorhaben nichts zu empfinden.

Die Beweislage ist gut, aber nicht so breit wie bei der Zielsetzungstheorie, und sie stammt überwiegend aus der Forschung zur Selbstbestimmung. Deshalb steht hier „gemischt".

In Compass hängt ein Ziel deshalb an einem Element deines Lebens — an einem Menschen, einem Wert, einem Bereich. Nicht als Verwaltung, sondern weil ein Ziel ohne Zugehörigkeit meist genau die Sorte ist, die nicht trägt.

Quellen zu diesem Beitrag

  • Sheldon, K. M. & Elliot, A. J. (1999): Goal Striving, Need Satisfaction, and Longitudinal Well-Being. Journal of Personality and Social Psychology. Suchen (öffnet in neuem Fenster)

Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.

Gewöhnung — und warum „bewahren" eine Antwort ist

Wir gewöhnen uns an Verbesserungen. Aber nicht an alles, und nicht immer vollständig.

Gemischt belegt Einzelne Bestandteile sind untersucht, die Methode als Ganzes nicht. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus.

Wenn etwas besser wird, gewöhne ich mich schneller daran, als mir lieb ist. Genau das ist der Grund, warum Compass „bewahren" als vollwertige Antwort kennt — und warum ich der berühmten Studie dazu trotzdem nicht alles glaube.

Die bekannte Erzählung geht so: Menschen kehren nach guten wie schlechten Ereignissen auf ein festes Ausgangsniveau zurück. Berühmt wurde dazu eine Untersuchung von 1978 an Lotteriegewinnern und Verunglückten — mit sehr kleinen Gruppen und entsprechend begrenzter Aussagekraft.

Spätere Langzeitdaten haben das Bild verändert. Bei manchen Ereignissen — schwere Erkrankung, längere Arbeitslosigkeit, Verlust eines Partners — kehren die Werte im Mittel nicht vollständig zurück. Die Gewöhnung ist real, aber sie ist weder vollständig noch für alles gleich.

Was bleibt, ist trotzdem ein brauchbarer Hinweis für die Planung: Verbesserungen nutzen sich schneller ab, als man beim Planen annimmt. Ein System, das ausschließlich auf Verbesserung ausgelegt ist, arbeitet also gegen einen Effekt, der zuverlässig zurückschlägt.

Deshalb kennt Compass die Haltung „bewahren" als vollwertige Antwort. Etwas darf gut sein und einfach bleiben.

Quellen zu diesem Beitrag

Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.

Was hier noch entsteht

  • Lebensbereiche im Gleichgewicht
  • Wünsche und Entscheidungen
  • Rückschau halten

Aufgeführt, nicht verlinkt — diese Texte gibt es noch nicht. Sie kommen nach und nach dazu.