Was Unterbrechungen kosten
Unterbrochene Arbeit wird nicht langsamer fertig — sie wird anstrengender.
Gemischt belegt Einzelne Bestandteile sind untersucht, die Methode als Ganzes nicht. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus.
Dass Unterbrechungen Zeit kosten, hätte ich sofort unterschrieben. Die Untersuchungen dazu sagen etwas anderes — und was sie sagen, deckt sich mit meinem Gefühl an einem zerhackten Tag besser als meine eigene Erklärung.
Gloria Mark und Kollegen beobachteten Büroarbeit im Feld und fanden ein Ergebnis, das der Erwartung widerspricht: Unterbrochene Aufgaben wurden im Schnitt nicht länger, sondern eher schneller abgeschlossen. Die Menschen arbeiteten danach verdichteter — und berichteten gleichzeitig mehr Stress, mehr Zeitdruck und höhere Anstrengung.
Die Kosten liegen also nicht dort, wo man sie vermutet. Nicht die Uhr zahlt, sondern der Mensch.
Zur bekannten Zahl: Die oft zitierten „23 Minuten, bis man wieder drin ist" stammen aus dieser Forschungsrichtung, werden aber meist falsch wiedergegeben. Gemessen wurde, wie lange es dauert, bis jemand zu einer unterbrochenen Aufgabe zurückkehrt — dazwischen liegen in der Regel weitere Aufgaben. Es ist keine Aufwärmzeit des Gehirns.
Quellen zu diesem Beitrag
- Mark, G., Gudith, D. & Klocke, U. (2008): The Cost of Interrupted Work. CHI 2008. Suchen (öffnet in neuem Fenster)
- Mark, G., Gonzalez, V. M. & Harris, J. (2005): No Task Left Behind? CHI 2005. Suchen (öffnet in neuem Fenster)
Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.