Zu „Eat the Frog" als Methode gibt es keine Untersuchungen. Es ist gut
begründete Praxis, keine belegte Wissenschaft.
Belegt sind zwei Dinge in der Nachbarschaft. Erstens: Aufschieben ist gut
erforscht — Steels Metaanalyse von 2007 fasst zusammen, dass es weniger
mit schlechtem Zeitmanagement zu tun hat als mit der erwarteten
Unannehmlichkeit einer Aufgabe. Wer die unangenehmste zuerst erledigt,
greift damit an der richtigen Stelle an. Zweitens: Vorsätze der Form
„wenn X, dann tue ich Y" — von Gollwitzer 1999 als
Durchführungsintentionen beschrieben — erhöhen die Wahrscheinlichkeit
deutlich, dass etwas tatsächlich passiert. „Morgens zuerst" ist genau so
ein Vorsatz.
Was daraus folgt, ist bescheidener als der Ratgeberton: Der Mechanismus
ist plausibel und passt zu bekannten Befunden. Dass „zuerst am Morgen"
für alle Menschen die beste Reihenfolge ist, folgt daraus nicht.