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ZENZAA

Aufgaben

Zu keiner Frage gibt es mehr Ratschläge und weniger Belege. Hier stehen die Befunde, die tatsächlich tragen — auch dort, wo sie der gängigen Erklärung widersprechen.

Die bekannten Methoden selbst liegen nebenan im Methoden-Lexikon: Dort steht zu jeder, woher sie kommt, was die Forschung dazu sagt — und wo die ehrliche Antwort „wenig" lautet.

Prokrastination

Es ist kein Zeitmanagement-Problem — und Perfektionismus ist fast nie die Ursache.

Gut belegt Für den Kern dieser Methode gibt es mehrere unabhängige Untersuchungen, die in dieselbe Richtung zeigen.

Über Aufschieben habe ich mir lange die bequemste aller Erklärungen zurechtgelegt: Ich sei eben gründlich. Die Forschungslage sagt dazu etwas ziemlich Unbequemes.

Steels Metaanalyse von 2007 fasst mehrere hundert Untersuchungen zusammen und kommt zu einem Bild, das den üblichen Ratschlägen widerspricht. Was Aufschieben am stärksten vorhersagt, sind nicht schlechte Methoden, sondern drei andere Dinge: wie unangenehm eine Aufgabe erwartet wird, wie impulsiv jemand ist, und wie weit die Belohnung in der Zukunft liegt.

Besonders bemerkenswert ist ein Nicht-Befund. Die verbreitete Erklärung „ich schiebe auf, weil ich es perfekt machen will" hält der Datenlage nicht stand — der Zusammenhang zwischen Perfektionismus und Aufschieben ist schwach und geht teilweise sogar in die andere Richtung. Die Erklärung ist beliebt, weil sie schmeichelt.

Was daraus folgt, ist unbequem und praktisch zugleich: Wenn die erwartete Unannehmlichkeit der Motor ist, hilft kein besseres System, sondern eine kleinere erste Handlung. Nicht „Steuererklärung", sondern „Ordner öffnen".

Quellen zu diesem Beitrag

Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.

Zu viel Auswahl

Die berühmte Marmeladen-Studie ist bekannter als ihre Beweislage — die Metaanalyse findet im Mittel fast nichts.

Gemischt belegt Einzelne Bestandteile sind untersucht, die Methode als Ganzes nicht. Die Ergebnisse fallen unterschiedlich aus.

Vor einer Liste mit sechzig Punkten zu sitzen und keinen davon anzufangen — das ist die Erfahrung, aus der zenzaa entstanden ist. Naheliegend wäre die Erklärung „zu viel Auswahl lähmt". Ich führe sie hier trotzdem mit einer Einschränkung, denn sie ist schlechter belegt, als fast alle glauben.

Iyengar und Lepper stellten im Jahr 2000 in einem Supermarkt einmal sechs und einmal vierundzwanzig Marmeladensorten auf. Am größeren Stand blieben mehr Menschen stehen, gekauft wurde deutlich seltener. Die Studie wurde zur Standardbelegstelle dafür, dass zu viel Auswahl lähmt.

Zehn Jahre später fassten Scheibehenne und Kollegen die inzwischen vorliegenden Untersuchungen zusammen — und fanden im Durchschnitt nahezu keinen Effekt. Er tritt unter bestimmten Bedingungen auf und unter anderen nicht; als allgemeines Gesetz ist er nicht haltbar.

Ich führe den Begriff trotzdem, aber mit dieser Einschränkung. Denn die Erfahrung, vor einer Liste mit sechzig Punkten zu stehen und keinen anzufangen, ist real — sie ist nur schlechter erklärt, als es die berühmte Studie verspricht. Und sie hat eine einfachere Antwort als „weniger Auswahl": einmal entscheiden statt sechzigmal vergleichen.

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Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.

Warum Streichen schwerer ist als Verschieben

Bereits investierte Zeit sollte für die Entscheidung keine Rolle spielen — und tut es trotzdem.

Gut belegt Für den Kern dieser Methode gibt es mehrere unabhängige Untersuchungen, die in dieselbe Richtung zeigen.

Wenn ich meine Sammlung durchgehe, finde ich regelmäßig Aufgaben, die seit Monaten mitlaufen. Streichen fällt mir dabei schwerer, als es sollte — und dafür gibt es einen gut untersuchten Grund.

Arkes und Blumer zeigten 1985 in mehreren Experimenten, dass Menschen an einem Vorhaben festhalten, weil sie schon etwas hineingesteckt haben — obwohl das für die Frage, ob es sich künftig lohnt, ohne Bedeutung ist. Der Effekt gilt als gut belegt und trägt den Namen Sunk-Cost-Effekt.

Auf einer Aufgabenliste sieht das so aus: Ein Punkt, der seit vier Monaten mitgeschleppt wird, hat allein durch das Mitschleppen an Gewicht gewonnen. Streichen fühlt sich nach Verlust an. Verschieben kostet dagegen scheinbar nichts — und ist deshalb die Handlung, die fast immer gewählt wird.

Scheinbar. Tatsächlich kostet jedes Verschieben eine kleine Entscheidung, und zwar wieder und wieder. Über ein Jahr gerechnet ist das die teurere Variante.

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Genannt ist, was ich gelesen habe — nicht, was meine Aussagen beweist. Wo „Suchen" steht, ist die Fundstelle noch nicht einzeln bestätigt; ich trage keine Kennung ein, die ich nicht nachgeschlagen habe.